aesthetic thought spaces/ stream of perception in fragments 3, 2019
parallel vienna, gallery statement, Galerie artdepot

aesthetic thought spaces /
stream of perception in fragments 4
exhibition: parallel vienna 2019 exhibition view


floating realities 2, 2019
acryl on canvas
110x 80cm


floating realities 3, 2019
acryl on canvas
100x150cm


floating realities 1, 2019
acryl on canvas
100x160cm


aesthetic thought spaces /
stream of perception in fragments 4
exhibition: parallel vienna 2019 exhibition view

aesthetic perception 2, 2019,
photography, digital composition, OCE print on Alu Dipond, 2-parts 27cmx19cm

aesthetic thought spaces /
stream of perception in fragments 4
exhibition: parallel vienna 2019 exhibition view

aesthetic perception 3, 2019
photography, digital composition, OCE print on Alu Dipond, 3-parts,  27cm x 19cm


aesthetic transcending, 2019
acrylic painting, graphit drawing on inkjet print
100cm x100cm


stream of thoughts 5-7, 2019
photography, digital composition, inkjet print, 3-parts,1/5, 
a 30cm x 23cm


stream of thoughts 1-4, 2019

 
photography, digital composition, Inkjet print, 4-parts 


 a 30cm x 23cm


stream of thoughts 10, 11 2019 
photography, digital composition, inkjetprint, 2-parts 


30cm x 23cm


aesthetic perception 1, 2019
photography, digital composition, OCE print on Alu Dipond, 3-parts
3-teilig, 3x 27cm x 19cm


aesthetic perception 3, 2019
photography, digital composition, inkjetprint, 7-parts 
a 30cm x 23cm


stream of thoughts 8,9, 2019
photography, digital composition, inkjetprint, 2-parts 
a 30cm x 23cm



 
aesthetic thought spaces / stream of perception in fragments

In meiner aktuellen Arbeit gehe ich Fragen über Wahrnehmung, Wirklichkeitsentstehung und damit verbundenen ästhetischen Denkprozessen nach.

Visualisierungen der Erfahrung von Kunst, und deren Wahrnehmungsvorgänge stehen dabei exemplarisch für das Entwickeln von Vorstellungen allgemein, und somit für ein Denken aus- und in Bildern. Besonders interessieren mich die fluiden Prozesse, das relationale Werden von geistigen Vorstellungen und deren Umformungen unserer Realität, sowie eine damit verbundene Reflexion von Denkmustern und gewohnten Sichtweisen.
In Serien "aesthetic thougts" oder "aesthetic thought spaces" folge ich fiktiven, visuellen Spuren von Wahrnehmungsprozessen. Es ist ein Überlagern innerer und äußerer Bilder, welches das Wahrnehmen aus dem Erfahren, Erinnern und Einbilden nachzeichnet und mit Zeit- und Raumverhältnissen, Eigenwahrnehmungen und Interdependenzen experimentiert. Die Phänomene von Zusammensetzung und Auflösung, der Übergang von einem Moment zum anderen und der Raum dazwischen werden dabei durch ein fließendes Umstrukturieren der Materie visualisiert, um so das kontinuierliche Zusammensetzen von Vorstellungen zu imaginieren.

Das Bildmaterial dafür entstammt einem fotografischen Archiv eigener Kunstrezeption und alltäglicher Beobachtungen. Die Medien Malerei, Fotografie und Installation setze ich in wechselseitiger Verbindung ein. Oft werden fotografische Fragmente zu digitalen Kompositionen verbunden und als Vorlage für den malerischen Prozess verwendet. Realistische Elemente werden dabei frei interpretiert, Abstraktion und gestische Malerei mit dem Duktus digitaler, grafischer Werkzeuge zusammengeführt. Die Überlagerungen formaler, kunstgeschichtlicher Parameter repräsentieren die variablen Einflüsse unseres zeitgenössischen Denkens.
Ein so visualisierte Strom ist nicht linear, sondern ein vielschichtiges, fraktales und dynamisches Installieren von inneren und äußeren Bildern, ein Konstruieren von Welt.
Neben Kunstwerken und Architektur bilden hier auch Phänomene und Strukturen aus Natur, Kultur und Alltagswelt, wie Schwärme, Gruppierungen und deren Bewegungen und Verbindungen, sowie wissenschaftliche, visuelle Simulationen die Schichtungen dieser Wahrnehmungsexperimente.

Das Potential des ästhetischen Denkens scheint sich für mich ganz besonders entlang der Erfahrung eines Kunstwerkes aufzufalten. Dabei werden Ordnungen von Erfahrung und Norm, mit denen wir gewohnt sind unsere Sinneswahrnehmungen zu Realitäten zu verknüpfen teilweise außer Kraft gesetzt. In diesem eigenständigen Verfolgen einer ästhetischen Spur wird das Erzeugen von Realitäten speziell erlebbar, da in der Kunstrezeption die Interpretation von Wahrnehmungen außerhalb der gewohnten Denkräume nötig ist, um sich einem Werk anzunähern.

Die Versuche, solche Prozesse der Wirklichkeitsentstehung nachzuzeichnen und diese in der ästhetischen Erfahrung auch zu destabilisieren, sind für mich auch besonders von ethisch relevanten Aspekten, wie Toleranz, Akzeptanz und Empathie motiviert. Ich sehe einen möglichen Zugang zu diesen Qualitäten in der Erkenntnis, dass wir in einer Realität leben, welche von unserer Wahrnehmung moduliert ist und deren Entstehung in relationalen und unendlich verzweigten Schichtungen zu finden ist, die wir zugunsten der Erhaltung des Lebens und in Rücksicht auf eine positive Entwicklung der Welt, auch bewusst verändern können und müssen.